Verrückte Hypothese: Der 44kWh-Akku hat eine undokumentierte Akkuheizung?

  • Ich traue es mich kaum zu schreiben: Ich vermute ernsthaft, dass unser Fahrakku eine Heizung hat!

    Wie ich darauf komme: Im Rahmen meiner Carscanner-OBD2-Programmierung und Beschäftigung mit den einzelnen Sensoren beobachtete ich folgende Phänomene:

    - An den bisherigen kalten Tagen war der Akku morgens beim Losfahren natürlich auch kalt. Lt. dem vorhandenen Sensor an der Batterie durchaus auch mal Minusgrade. Während der Fahrt steigt die Innentemperatur des Akkus auch (wie zu erwarten durch Leistungsabgabe wg. dem Innenwiderstand) kontinuierlich an. Ich war allerdings immer schon verwundert, wie schnell das ging - sind ja immerhin ein paar hundert kg Akkugewicht, die erst mal erwärmt werden wollen!

    - Am Anfang der Fahrt bei kalter Außentemperatur habe ich einen „sonstigen“ Verbrauch, der ca. 5kW oberhalb des zu erwartenden sonstigen Verbrauches (durch Licht, Heizung usw.) liegt. Später während der Fahrt, je nach Außentemperatur nach z.B. ca. 10 oder auch mal bis zu ca. 20 Minuten, sind diese 5kW undefinierter Zusatzverbrauch plötzlich „weg“ - ab da stimmt dann der sonstige Verbrauch mit dem zu erwarteten überein.

    - Ich hatte lange die 12V-Batterie im Verdacht: Dass die am Anfang der Fahrt nachgeladen würde. Aber daran glaube ich nicht mehr, weil dort 10 Minuten lang 5kW gar nicht reinpassen - und 20 min. lang 5kW schon gar nicht.

    Also müsste sich die 12V-Batterie durch die überschüssige Energie erwärmen. Davon ist aber beim Temperatursensor der 12V-Batterie nichts zu sehen. Also kann es eine übermäßige 12V-Ladung nicht sein.

    Ich grübelte weiter.

    Und dann entdeckte ich einen unerwarteten Zusammenhang:

    Dass nämlich immer genau dann, wenn die Innentemperatur des Fahrakku exakt den Messwert 5 Grad erreicht, die ca. 5kW ominöser „sonstiger“ Verbrauch aufhören.


    Daher meine Hypothese: Der Fahrakku hat eine interne ca. 5kW-Elektroheizung, und wenn er bei Fahrtbeginn kalt ist, aktiviert sich diese. Und zwar solange, bis der Akku 5 Grad hat. Das ergibt auch technologisch Sinn, denn mit 5 Grad kann er zumindest einigermaßen schonend geladen werden (Rekuperieren ist auch laden). Erst dadurch wird der Frontera trotz seinem angeblich untemperierten LFP-Akku tatsächlich wintertauglich.


    Warum Stellantis dieses tolle Feature (falls es tatsächlich eines ist und ich nicht einer Fehlannahme aufsitze) nicht bewirbt? Keine Ahnung. Evtl., weil diese Heizung ja nur der Akkuschonung dient, und anders als bei „echten“ thermogemanagten Akkus ja auch nicht gewollt, z.B. vor dem Laden, aktivierbar ist.

    Frontera Electric Edition 44kWh (Spitzname „Lurchi“), Tech- & Komfort-Paket, 3-phasig, schwarz mit weißem Dach & Reling, LM-Felgen mit Allwetterreifen, 5 kg Rostschutzfett am Unterboden und in den Holmen.

    Weiterhin nur crony_3.41.12_Prod_Nav_User verfügbar.

    Bestellt 7/2024, zugelassen 5/2025.

    Unnötige und vom Hersteller an sich leicht behebbare, trotzdem inzwischen offenbar chronische Kinderkrankheiten, daher bzgl. seines Opel-Experiments ernüchterter Besitzer.

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  • Macht ja auch irgendwie Sinn, den Akku safe über Gefriertemperatur zu bringen. Lt. Wikipedia hat die Temperatur des Akkus sowohl Auswirkungen auf Stromaufnahme wie auch Stromabgabe. Da wäre eine Schmalspurerwärmung im Akku nützlich.

    Wobei bei LFP der sweet spot um 30 Grad Akkutemperatur liegen soll. Deshalb wohl auch die Empfehlung, den Akku vor dem Laden 20 Minuten warmzufahren.


    Frontera Electric Edition - Tech-Paket - Komfort-Paket - Alufelgen mit Ganzjahresreifen - 3phasiger Loader

    Und übrigens, die Farbe Kanyon Orange gibt es nicht. Das ist Rot.

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  • Das ist echt interessant, du bist ja ein richtiger Detektiv. 8o


    Erklärt auf jeden Fall den hohen Verbrauch im Winter bei den Kurzstrecken.


    Und das Vortemperieren ist somit ein weiteres Feature, das absichtlich weggelassen wurde. Komisches Konzept.

    Vorführ-E-Frontera EZ 05/25, übernommen 11/25 für 48 Monate. 44kWh, GS ("alte" Basisausstattung inkl. Sitzheizung, nur 1Ph Lader...) + Technikpaket, Canyon-Orange

  • ...

    Wobei bei LFP der sweet spot um 30 Grad Akkutemperatur liegen soll. Deshalb wohl auch die Empfehlung, den Akku vor dem Laden 20 Minuten warmzufahren.

    ...

    Bei leichten Minustemperaturen draußen erreicht mein Akku (bei meinem Fahrstil) 8 Grad. Weiter steigt er dann nicht mehr. Da gibt es dann offenbar einen break-even zwischen Erwärmung durch Leistungsabgabe, und Kühlung durch die dann ja ca. 10 Grad kühlere Außenluft.

    An den Sweet spot kommt er also nicht - aber 8 Grad sind ja soweit schonmal ok für LFP.

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  • Und das Vortemperieren ist somit ein weiteres Feature, das absichtlich weggelassen wurde. Komisches Konzept.

    Ja, das war auch mein erster Gedanke.... Evtl. ist diese Trivialsteuerung aber auch wirklich rein intern in der Batterie, und nicht in den Fahrzeugcontrollern. Dann wäre es zumindest nicht rein willkürlich weggelassen, sondern wenigstens ein paar Cent billiger, als eine externe Steuerung zu ermöglichen. Der Hauptgrund wird aber auch hier ganz klar Modellpolitik gewesen sein.

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  • Für das Vortemperieren wird (soweit ich das gelesen habe und bei anderen E Autos vorhanden ist) der Kühlwasserkreislauf verwendet.

    Die Akkus werden dazu vom Kühlwasser erwärmt und im Sommer (und Dauerlast) gekühlt. Also auf optimaler Temperatur gehalten.


    Entweder über Abwärme vom Motor, was dann den Akku erwärmt, da im gleichen Kreislauf oder zusätzlich mit einem Elektrische Hochvolt-Heizer (PTC) bzw. Wärmepumpe.

    Aber immer über eine Flüssigkeitskühlung (Wasser-Glykol). Es gibt (soweit mir bekannt) keine andere Möglichkeit, die Akkustemperatur zu regeln.


    Der Frontera hat aber keine Verbindung vom Kühlwaaserkreislauf zu den Akkus. Habe den ganzen Unterboden abgesucht.

    Frontera Electric GS Extended Range mit Tech-Paket GS - Alufelgen mit Ganzjahresreifen - Khaki Grün (Metallic) mit schwarzem Dach.

    Bestellt: 28.07.2025, Abgeholt: 14.01.2026

  • Die Akkus werden dazu vom Kühlwasser erwärmt und im Sommer (und Dauerlast) gekühlt. Also auf optimaler Temperatur gehalten.

    Das ist ein guter Punkt. Eine elektrische Akkuheizung, wie sie der Tom vermutet, müsste als Heizmatte z.B. in Deckel und Boden des Akkus verbaut sein. Ob wir die Wahrheit jemals erfahren werden... :saint:

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  • Ich glaube, der verlinkte Artikel von Heise kann hier etwas Licht ins Dunkel bringen.


    Zitat

    Die manuelle Vorkonditionierung sollte nicht verwechselt werden mit dem, was bei vielen Herstellern Wintermodus heißt: Bei den Elektroautos von Hyundai etwa wird die Innentemperatur der Traktionsbatterie über fünf Grad plus gehalten, wenn der Ladestecker in Säule oder Wallbox hängt. Ist dagegen der Wintermodus aktiviert, erfolgt die Aufheizung auch mit elektrischer Energie aus der Batterie während der Fahrt.

    Artikelserie Elektroauto-Batterien: Warum die Vorkonditionierung so wichtig ist
    Die Vorkonditionierung heizt oder kühlt die Batterie in den fürs Laden optimalen Temperaturbereich. Ziel: kürzere Ladezeiten, längere Lebensdauer des Speichers.
    www.heise.de


    Sieht so aus, als hätten wir einen automatischen Wintermodus mit elektrischer Batterieheizung im Frontera. Aufgeheizt wird auf die gute alte Art mit Heizwiderständen. Die nehmen im Akku so gut wie keinen Platz weg.


    Und wie wir alle aus unserer Kindheit wissen (sofern wir damals Nachtspeicheröfen hatten), kostet diese Art Heizung irre viel Strom. Was die von Tom ate gemessenen 5KW Verbrauch erklärt.

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    Und übrigens, die Farbe Kanyon Orange gibt es nicht. Das ist Rot.

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  • Ja, das ist beim Frontera definitiv keine Flüssigkeitsheizung!

    Ich vermute auch eine Art Heizmatte - sprich elektrische Widerstandsheizung.


    PS: Ob der 54kWh-Akku das wohl auch hat? Falls nicht, würde das den geringeren WLTP-Verbrauch erklären (der von Testberichten vom Herbst ja nicht nachgestellt werden konnte; da brauchten der 44- und der 54-er Frontera exakt gleich viel (was logisch wäre, wenn über 5 Grad).

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