Tom ate, ich bin immer noch beeindruckt von Deiner "Fettaktion".
Dazu fällt mir eine kleine Geschichte ein.
Ich hatte mal einen Arbeitskollegen, ich glaube 12 Jahre ist es bereits her, der hatte einen Porsche. Es war kein 911, es war irgend ein anderes Modell. Eines Tages kam er ins Büro und sagte, dass er jetzt seinen Wagen rostmäßig konservieren will. Nun, dachte ich spontan, der wird wohl mit irgend einem Lack oder was teerartiges eingepinselt, und Ruh ist. Wir unterhielten uns dann weiter darüber und irgendwann sagte er, der Wagen wird eingefettet. Hm, dachte ich, Fett???? Durch meinem Kopf gingen dann die kuriosesten Bilder - Fett, das läuft doch irgendwie raus, verabschiedet sich, und irgendwann war es das mit dem Fett. Ich dachte bildlich an Butter, Margarine, irre, ich dachte, die Werkstatt hat ihn über den Tisch gezogen mit irgendwelchen dubiosen Versprechen. Ich konnte mir das mit dem Fett einfach nicht vorstellen. Ich kannte bis dahin nur teerartige Schutzschichten, so wie ich das bisher an Autos unten drunter gesehen hatte - aber Fett? - komisch.
Ein paar Tage später unterhielten wir uns wieder darüber und er nannte mir den Preis für die Konservierung: 20.000,- Euro. Als ich das hörte ist mir fast die Kaffeetasse aus der Hand gefallen.
20.0000 €? Ich fragte, was denn der Wagen überhaupt Wert sei. Er sagte ca. 30.000 €. Oh mein Gott dachte ich, wie schräg. Er wolle das aber unbedingt machen lassen, weil er ein Porsche-Fan ist und an dem Wagen viele positive emotionale Erinnerungen hingen. Der Wagen wird bald fertig sagte er noch, er wird mir dann ein paar Bider zeigen. Nun, dachte ich, Bilder von einem Auto, hm, Autobilder habe ich schon viele gesehen, brauch ich eigentlich nicht, tat aber so, als ob ich mich freue - man ist ja höflich.
Irgendwann kam er mit einer dicken Mappe ins Büro; die war wirklich richtig dick. In der Mappe waren bestimmt 50 Fotos, wenn nicht gar mehr, auch mit Beschreibungen zu den Bildern. Aber noch Fotos, keine Bilder ausgedruckt auf Papier, sonder Fotobilder aus Fotopapier, wie man sie halt noch von früher so kennt, in hochglanz. Die Fotos waren fein säuberlich auf DIN A4 Blätter aufgeklebt.
Ich war hin- und weg. Auf den Bildern waren alle Einzelteile vom Chassie, also von den Blechteilen, zu sehen. Dort wurden alle Schritte der Konservierung dokumentiert, mit ausführlichen Kommentaren dazu. Die meisten Fotos zeigten die Hohlräume der Blechteile vor dem Konservieren, und dann nach der Konservierung. Aufgenommen mit einem Endoskop, bis in die letzte Spalte. Wow, das war schon ganz großes Kino.
Ich habe mir danach aber letztlich nie große Gedanken über eine Fettkonservierung gemacht, das Thema geriet bei mir in Vergessenheit.
Aber, Tom ate, nach Deiner Beschreibung von Deiner Fettkonservierung und Deinen supertollen Erklärungen dazu sehe ich die damalige Aktion von meinem ehemaligen Arbeitskollegen mit ganz anderen Augen. Jetzt, im Nachhinein, ist die Sache für mich absolut spannend. Ich erwische oft dabei, mich gedanklich damit zu beschäftigen. Weil ich jetzt auch die Theorie die dahinter steckt begreife.
Ich glaube, ich werde jetzt alle meine Werkzeuge einfetten, mit Butter, im Kühlschrank ist noch genug Butter und Margarine vorhanden, habe ich gesehen 
Gruß an Alle